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Das Pestkreuz zu Maria Saal

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Das Pestkreuz zu Maria Saal

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  • Elender Wintereinbruch!
  • He, Fremder! Wir sollt' ma uns zammtun. Was meinst?
  • Ruck ausa dei Geld, sonst bring ma di um!
  • Oba i hab ja gar nichts!
  • Vor langer Zeit ritt ein wilder Triester Kaufmann gegen Norden, um kostbares südländsiches Geschmeide teuer zu verkaufen. Er hatte mit seinem Rappen bereits die Alpen überquert, als er vom Winter überrascht wurde. So musste er sein Winterquartier in der kleinen Gemeinde Maria Saal aufschlagen.
  • Hülfe! Hülfe! Des tuat so grauslich weh!
  • Die Einwohner des Ortes mieden den düsteren Gesellen, zu dem sie kein Vertrauen fassen konnten. Nur zwei zwielichtige Gestalten, knapp gehaltene Knechte eines Großbauern, suchten die Gesellschaft des Unheimlichen und freundeten sich mit ihm an.
  • Zum Glick is der Wirbl jetzan vorbei!
  • Zu dritt begannen sie, ehrsame Leute zu überfallen und vollständig auszurauben. Bald wussten die Bewohner des Ortes vom schändlichen Treiben der Diebesbande, doch konnten sie nichts dagegen unternehmen. Grenzenlose Panik brach unter den Bürgern aus.
  • Plötzlich, an einem sonnigen Tag, endete der Spuk so jäh, wie er begonnen hatte. Niemand konnte sich das Ausbleiben der Raubzüge erklären. Männer, die zur Erkundung ausgeschickt worden waren, erschraken sehr, als sie das Räubertrio in Todesqualen entdeckten. Sie waren von der Pest befallen.
  • Die Schreie der Räuber verstummten bald. Ihr Schicksal hatte sie ereilt. Der Markt aber blieb von der Pest verschont. Als Dank errichteten die braven Ortsbewohner über dem Grab der Räuberbande einen Bildstock, der heute noch als Pestkreuz an diese Zeit erinnern soll.
  • Text: Andreas Oberhofer
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