Emilia Galotti: Was geschah in der Kirche?

Emilia Galotti: Was geschah in der Kirche?

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  • Eben hatt´ ich mich - weiter von dem Altare, als ich sonst pflege - denn ich kam zu spät-, auf meine Knie gelassen. eben fing ich an, mein Herz zu erheben: als dicht hinter mir etwas seinen Platz nahm. So dicht hinter mir! - Ich konnte weder vor noch zur Seite rücken - so gern ich auch wollte; aus Furcht, dass eines anderen Andacht mich in meiner stören möchte. - Andacht! das war das Schlimmste, was ich besorgte. - Aber es währte nicht lange, so hört´ ich, ganz nah an meinem Ohre -
  • Ach, Emilia! Als ich deine Schönheit sah war es um mein Herz geschehen. Dieser Tag, welcher dein Glück machet, wird mein Unglück auf immer entscheiden.
  • (...) Endlich ward es Zeit mich wirder zu erheben. das heilige Amt ging zu Ende. Ich zitterte, mich umzukehren . Ich zitterte, ihn zuu erblicken, der sich den Frevel erlauben dürfen. Und da ich mich Umwandte, da ich ihn erblickte - (...) Ihn selbst. (...) Den Prinzen.
  • (...) Nach dem Blicke, mit dem ich ihn erkannte, hatt ich nicht das Herz, einen zweiten auf ihn zu richten. Ich floh -
  • (...) Was ich nicht wusste, bis ich in der Halle mich bei der Hand ergriffen fühlte. Und von ihm! Aus Scham musst´ ich standhalten: mich von ihm loszuwinden, würde die Vorbeigehenden zu aufmerksam auf uns gemacht haben. Das war die einzige Überlegung,, deren ich fähig war - oder deren ich nun mich wieder erinnere. Er sprach; und ich hab ihm geantwortet. Aber was er sprach, was ich ihm geantwortet (...) Jetzt weiß ich von dem allen nichts. Meine Sinne hatten mich verlassen.
  • - Umsonst denke ich nach, wie ich von ihm weg und aus der Halle gekommen. Ich finde mich erst auf der Straße wieder, und höre ihn hinter mir herkommen, und höre ihn mit mir zugleich in das Haus treten, mit mir die Treppe hinaufsteigen -
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